Eine Werkstatt ist nie fertig. Das ist keine Ausrede, das ist der Sinn der Sache — wer aufhört, Werkzeug nachzulegen, hat irgendwann eine Vitrine statt einer Werkstatt.
Deshalb schreibe ich hier einmal auf, woran ich gerade arbeite und was in den nächsten Monaten dazukommen soll. Mit einer Einschränkung, die gleich an den Anfang gehört: Das sind Pläne, keine Termine. Ich arbeite Schicht, und was fertig wird, wird fertig, wenn es fertig ist. Ich sage lieber ehrlich „irgendwann“ als vollmundig „im Oktober“ und halte es dann nicht.
Runden, bei denen wir zusammen arbeiten
Das Meiste am Redenschreiben lernt man nicht aus einer Anleitung, sondern indem man jemandem über die Schulter schaut und selbst mitmacht. Dafür soll es feste Runden in der Community geben — per Zoom, zum Zuschauen und Mitreden.
Wo kommen die Ideen her?
Der wunde Punkt bei fast allen. Wir setzen uns zusammen und suchen gemeinsam Stoff — an einem echten Thema, nicht an einem ausgedachten. Wer will, bringt sein leeres Blatt mit.
Wer bin ich da oben eigentlich?
Eine Bütt braucht eine Figur. Der Bauer, die Putzfrau, der Schuldirektor, der besserwissende Nachbar — oder etwas ganz Eigenes. In dieser Runde geht es darum, wie so eine Figur entsteht und warum sie mehr trägt als der beste Einzelwitz.
Pleiten, Pech und Pannen
Meine liebste Idee. Ein Abend, an dem wir erzählen, was schiefgegangen ist: der Hänger mitten im Vortrag, der Witz, bei dem keiner gelacht hat, das Mikrofon, das ausfiel, der Zettel, der runterfiel. Nicht zum Trösten — zum Lernen. Aus einer misslungenen Rede nimmt man mehr mit als aus zehn gelungenen.
Abende zu einzelnen Themen
Dazu einzelne Abende, an denen wir uns eine Sache genauer ansehen:
- Lampenfieber — was im Körper passiert, warum es nie ganz weggeht und was man trotzdem damit machen kann.
- Ton und Licht — wie man ein Mikrofon hält, warum man nicht hineinpustet, und was man den Technikern vorher sagen sollte.
- Auftreten — Stand, Blick, Pausen, Timing. Was man mit den Händen macht, wenn man nicht weiß, wohin damit.
- Wie ein Witz entsteht — die Mechanik dahinter. Warum manche zünden und andere, die auf dem Papier besser aussehen, aber im Saal verpuffen.
Keine Kurse, keine Prüfungen, keine Zertifikate. Runden, in denen wir gemeinsam an der Sache sitzen — jeder nimmt sich mit, was er brauchen kann.
In der Werkstatt selbst
Und dann ist da die Werkstatt in der Cloud, in der die Werkzeuge liegen. Zwei Sachen stehen dort momentan noch auf meiner Liste:
Schablonen für gereimte Büttenreden
Die Bütt-Schablone gibt es ja schon. Was fehlt, sind Schablonen für die gereimte Rede — der Aufbau ist ein anderer, das Timing auch, und der Reim macht Dinge schwerer, die in der Prosarede leicht sind. Daran sitze ich gerade.
Das Witze-Archiv wächst weiter
Das Archiv ist über Jahre entstanden und wird nie fertig sein. Es kommt regelmäßig Neues dazu, sortiert und auffindbar — damit man nicht sucht, sondern findet.
Eins nach dem anderen
Das ist eine lange Liste, und ich weiß, wie so etwas wirkt: als käme das alles nächsten Monat. Kommt es nicht.
Ich arbeite nach wie vor im Schichtbetrieb. Die Werkstatt entsteht in den Stunden, die dazwischen übrig bleiben — nach der Schicht, an freien Nachmittagen, manchmal um halb zwei nachts, weil mir etwas eingefallen ist. Das ist keine Klage, das ist einfach die Lage.
Also nehme ich mir eine Sache nach der anderen vor und mache sie fertig, bevor die nächste anfängt. Lieber eine Schablone, die wirklich funktioniert, als fünf halbe. Lieber eine online Live- Runde, die gut vorbereitet ist, als vier, bei denen ich improvisiere.
Was fertig ist, sage ich euch. Bis dahin steht es hier als das, was es ist: ein Vorhaben.
Was das kostet
Nichts extra. Alles, was hier steht, kommt in die Werkstatt hinein und ist im Beitrag enthalten. Keine Zusatzpakete, keine Aufpreise, kein Kleingedrucktes. Wer Mitglied ist, hat es dabei.
Eine Werkstatt ist keine Einbahnstraße
Jetzt kommt der Teil, der mir am wichtigsten ist.
Alles, was oben steht, ist meine Liste. Ich habe sie nach meinem Gefühl sortiert, an meinem Küchentisch, nach meiner Schicht. Das heißt aber nicht, dass sie die richtige Liste ist.
Die HumorWerkstatt ist keine Einbahnstraße, in der ich vorne sende und alle anderen hinten empfangen. Ich bin nicht der Lehrer und ihr seid nicht die Klasse. Ich bin einer, der fast vierzig Jahre in der Bütt stand und über die Jahre einiges zusammengetragen hat — mehr nicht. Von euch kann ich genauso lernen wie ihr von mir.
Deshalb: Jedes Mitglied kann und soll einbringen, was es sich wünscht. Bei den Inhalten genauso wie bei der Gestaltung.
- Welche Runde fehlt dir? Wovon hättest du gern mehr?
- Welches Werkzeug wünschst du dir in der Cloud — eine Schablone, eine Liste, eine Vorlage?
- Was gehört ins Witze-Archiv, was du dort vermisst?
- Was ist unübersichtlich, umständlich oder einfach unpraktisch? Sag es. Ich sehe das nicht mehr, ich sitze zu nah dran.
- Und wenn du selbst etwas kannst, das die anderen brauchen könnten — dann zeig es. Der Abend gehört dir.
Eine Community lebt nicht von dem, der sie aufgemacht hat. Sie lebt von denen, die drin sind. Wenn nur ich schreibe, ist es ein Blog mit Anmeldung. Wenn alle schreiben, ist es eine Werkstatt.
Und so soll es sein — jetzt und in Zukunft.
Also: Was davon würdest du zuerst brauchen? Und was fehlt ganz?
Schreib es hier in die Kommentare, schick mir eine Nachricht — am liebsten aber direkt in der Community, damit die anderen mitreden können.
Es ist deine Werkstatt genauso wie meine.


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