
Ich bin Michael Bethke, Jahrgang 1962, aus Nordhausen in Thüringen. Vierzig Jahren stand ich in der Bütt.
Angefangen hat das 1985, ohne dass ich gefragt worden wäre — unser Kabarett hatte sich aufgelöst, und der künstlerische Leiter hatte mich an einen Karnevalverein weitergegeben. Erfahren habe ich davon erst Jahre später. Die ganze Geschichte steht hier.
Vierzig Jahre Bütt
Vor der Bütt kam der Theaterjugendclub, dann das politisch-satirische Kabarett „Die Nordhäuser Doppelkörner“ und immer wieder dazwischen verschiedene Amateurtheaterprojekte — unter anderem die Hauptrolle in der Märchenkomödie „Der Zwerg von Marrakesch“
Mein Metier wurde die politische Büttenrede. Zu DDR-Zeiten hieß das: alles zwischen den Zeilen sagen. Man konnte im Grunde alles loswerden, es musste nur verpackt sein — und das Publikum war darin geübt. Die Leute wussten genau, was gemeint war, obwohl es nie jemand ausgesprochen hatte.
Seit vierzig Jahren bin ich im Wertherschen Karnevalverein
(WKV e. V.,) im Landkreis Nordhausen. Bis 2024 als Büttenredner, heute in kleineren Programmpunkten — und ich arbeite mit einer jungen Büttenrednerin aus unserem Verein an ihren Texten. Das macht mehr Spaß, als ich erwartet hätte.
„!Der Mann kann eine lumpige Speisekarte vorlesen und die Leute fallen vor Lachen vom Stuhl.“
Das schönste Kompliment von einem Zuschauer.
Was ich sonst mache
Ich habe Koch gelernt, war drei Jahre bei der Armee, danach viele Jahre in der Kulturarbeit — Kreiskulturhaus, Kreiskabinett für Kulturarbeit, Fachabteilung Kultur beim Rat des Kreises, dazu ein Fernstudium der Staatswissenschaften. Nach der Wende kam alles Mögliche: Erzieher im Lehrlingswohnheim der Reichsbahn, ein paar Jahre Versicherungen, Mitarbeiter in einer Konzert- und Gastpieldirektion, ein eigenes Ticketgeschäft.
Heute arbeite ich als Altenpflegehelfer im Zweischichtsystem auf Station, noch bis zur Rente in 24 Monaten.

Das erwähne ich nicht ohne Grund: Ich weiß, wie es ist, eine Rede schreiben zu wollen und keine Zeit dafür zu haben. Meine Texte sind zwischen Schichten entstanden, nicht am ruhigen Schreibtisch.
Warum es die HumorWerkstatt gibt
Seit Jahren beobachte ich dasselbe — nicht nur in unserem Verein, sondern überall, wo ich zu Gast war: Beim Bereich Wort fehlt der Nachwuchs. Wir Älteren hören nach und nach auf, und es kommt kaum jemand nach.
Nicht, weil niemand wollte. Wenn man mit Leuten spricht, hört man immer dieselben drei Sätze: „Ich trau mir das nicht zu.“, “ Ich hab kein Talent.“, „Ich weiß nicht, wie ich das anfangen soll.„
Beim Tanz wird viel getan. Da wird über Monate gemeinsam geprobt, öffentlich und regelmäßig. Wir Büttenredner sitzen allein in unserem stillen Kämmerchen. Und wer allein sitzt, hört irgendwann auf.
Was mir selbst am Anfang gefehlt hat, weiß ich noch genau: eine Schablone, an der man sich entlangarbeiten kann. Ein Archiv, in dem man nachschlägt, statt zu grübeln. Ein System, um das ganze Jahr über Einfälle zu sammeln. Und jemanden, dem man einen Entwurf zeigen kann.
Genau das liegt jetzt in der HumorWerkstatt. Keine Schule — eine Werkstatt. Bewertet wird dort gar nichts.
Nebenbei: Gegenwärtig arbeite ich an einem satirischen Ratgeber Fachbuch für inkompetente Führungskräfte, das 2028 erscheinen soll und habe ein Studium der Theologie, zur Ausbildung als Prädikant der evangelischen Kirche (EKM) begonnen.
Also, du siehst: Zeit habe ich massig, will aber das wir Redner, mit Hand und Fuß, uns vermehren – um dem Publikum einen riesen Spaß zu bereiten und um eine gemeinsame Community zu erschaffen. Jeder hilft dem anderenund besonders den Anfängern auf der Bühne.
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„Erfahrungen werden im Leben oftmals teuer erkauft, obwohl man sie Gebraucht hätte billiger haben können.“
Zitat eines deutschen Satirikers
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Wenn du mich erreichen willst
Schreib mir einfach: michael.bethke.62@gmail.com
Antwort kann ein paar Tage dauern — Schichtdienst. Aber sie kommt.
Die Geschichten und Erfahrungen auf dieser Seite sind meine eigenen. Beim Sortieren und Formulieren hilft mir ein KI-Assistent — was hier steht, habe ich gelesen und verantworte ich.
