Kategorie: Allgemein

  • Blog, Community, Werkzeugkiste — was ist wofür da?

    Blog, Community, Werkzeugkiste — was ist wofür da?

    Die HumorWerkstatt besteht aus drei Teilen. Hier steht kurz, was jeder davon ist.


    1 · Der Blog — zum Lesen

    Das hier, wo du gerade bist.

    Der Blog ist öffentlich und kostenlos. Keine Anmeldung, kein Zugang, nichts. Hier schreibe ich über das Handwerk: wie lang eine Rede sein darf, wie man zu Ideen kommt, woran man im Saal merkt, dass es Zeit wird aufzuhören.

    Wenn du wissen willst, worum es überhaupt geht, fängst du hier an. Und wenn du jemandem erklären willst, was wir hier machen, schickst du ihm einen Link auf diesen Blog.


    2 · Die Community — zum Reden

    Die Community liegt auf einer eigenen Plattform namens Communi. Es gibt sie als App fürs Handy und im Browser. Hinein kommt nur, wer Mitglied ist — von außen ist nichts zu sehen.

    Stell sie dir als Vereinsraum vor: der Raum, in dem man sich trifft, statt allein zu Hause zu sitzen.

    Für jedes Thema eine eigene Ecke

    In keiner dieser Ecken schreibt einer und alle lesen zu. Jeder kann etwas beginnen, jeder kann antworten, und jede Antwort darf widersprechen. Das ist ausdrücklich erwünscht.

    Damit nicht alles durcheinandergeht, ist der Raum aufgeteilt:

    • Stell dich vor — wer du bist und was du vorhast
    • Deine Texte & Ideen — Entwürfe zeigen und gegenlesen lassen
    • Augen & Ohren auf — was dir im Alltag aufgefallen ist
    • Wort für Wort — die deutsche Sprache als Werkzeug: wie man mit ihr Gags und Pointen baut
    • Auf der Bühne — Auftritt, Lampenfieber, Saal
    • Kurse & Workshops — die gemeinsamen Abende online
    • Fundgrube — alles, was sonst nirgends hinpasst

    Die Ecke Wort für Wort ist dabei die handwerklichste von allen. Dort geht es um die deutsche Sprache selbst: um Doppeldeutigkeiten und Wortspiele, um den Reim — und darum, warum eine Pointe steht oder umfällt. Oft liegt es an einer Kleinigkeit. Das Pointenwort gehört ans Ende des Satzes, nicht in die Mitte. Ein Komma zu viel bremst. Die falsche Zeitform nimmt einer Geschichte die Spannung. Solche Dinge bespricht man am besten an einem konkreten Satz, den jemand mitbringt.

    Aus solchen Gesprächen wird oft mehr, als am Anfang drinsteckte. Einer wirft eine Beobachtung in die Runde, ein anderer sieht darin eine Figur, ein Dritter hat den passenden Reim — und am Ende hat jemand eine Rede, auf die er allein nicht gekommen wäre.

    Denn die Community ist keine Einbahnstraße von mir als Admin. Sie lebt von jedem Einzelnen. Jeder weiß etwas, das die anderen nicht wissen: der eine kennt seinen Saal, der andere hat ein Ohr für Sprache, der Dritte weiß, wie man Lampenfieber übersteht.

    Deshalb ist Mitmachen keine Pflicht — aber der eigentliche Sinn der Sache. Wer nur liest, bekommt die Hälfte.

    Kurse und Workshops

    Von Zeit zu Zeit treffen wir uns live am Bildschirm und arbeiten gemeinsam an einem Thema. Termin und Zugangslink stehen in der linken Spalte unter Veranstaltungen.

    Deine Texte zeigen

    Das ist der eigentliche Grund, warum es die Community gibt. Wer allein schreibt, hat den härtesten Kritiker gleich mit im Zimmer: sich selbst. Vier Augen sehen mehr als zwei.

    Und weil von außen niemand mitliest, kannst du auch etwas zeigen, bei dem du selbst noch nicht weißt, ob es taugt.


    3 · Die Werkzeugkiste — zum Arbeiten

    Der dritte Teil ist das, womit du tatsächlich an deiner Rede sitzt. Auch er ist nur für Mitglieder und von jedem Gerät erreichbar, auch vom Handy.

    • Die Bütt-Schablone — dein Arbeitsplatz: Entree, Hauptteil, Schluss, Zugabe. Mit Wortzähler, Pointenzähler und geschätzter Redezeit.
    • Der Ideenspeicher — ein Zettelkasten für alles, was dir übers Jahr auffällt. Verschlagwortet und durchsuchbar.
    • Das Witze-Archiv — Witze, Sprüche, Zitate, Teekesselchen. Für die Stellen, an denen es klemmt.
    • Das Reimlexikon — Reimwörter zum Nachschlagen.
    • Was du dort ablegst, liegt nicht bei einem Konzern.

    Kurz gesagt

    Blog — lesen. Offen für alle, zum Hineinschnuppern.

    Community — reden. Fragen, zeigen, sich austauschen.

    Werkzeugkiste — arbeiten. Hier entsteht deine Rede.

    Das wichtigste Werkzeug steht übrigens auf keiner dieser Listen. Es sitzt vor dem Schreibblock. Das bist du.

  • „Das ist doch alles KI“

    „Das ist doch alles KI“

    Der Satz kommt früher oder später. Mal freundlich, mal weniger:

    „Das ist doch alles künstliche Intelligenz.“

    Und meine Antwort darauf ist kurz: Ja. Teilweise stimmt das.

    Ich finde, man sollte darüber reden statt darum herum.

    Was die KI gemacht hat

    Ich habe die HumorWerkstatt nicht allein gebaut. Die Werkzeuge in der Cloud, diese Webseite, die Reim-Schablone — bei all dem saß eine KI mit am Tisch.

    Sie hat Programmzeilen geschrieben, die ich nicht schreiben kann. Sie hat mir in Sekunden herausgesucht, wie viele Vereine im Bund Deutscher Karneval organisiert sind. Sie hat Texte gebaut, die ich danach umgestellt habe. Sie hat gemerkt, dass ein Eingabefeld hellgrau auf weiß nicht lesbar ist, und es geändert.

    Ich bin Altenpflegehelfer im Schichtdienst, kein Programmierer. Ohne diese Hilfe gäbe es die HumorWerkstatt nicht. Das ist keine Entschuldigung — das ist einfach die Lage.

    Was sie nicht gemacht hat

    Sie hat nicht vierzig Jahre in der Bütt gestanden.

    Und das ist nicht nur eine schöne Formulierung, sondern der Kern der Sache. Ein paar Beispiele aus der Arbeit der letzten Wochen:

    Auf dieser Seite stand lange der Satz „Ich stehe seit Jahrzehnten in der Bütt“. Grammatisch richtig, gut geschrieben — und falsch. Ich habe 2024 aufgehört. Das wusste nur ich.

    Für den Live-Rundgang hatten wir „90 Minuten“ geschrieben. Ich habe es gelesen und gedacht: Das erschlägt einen. Was, der will anderthalb Stunden quatschen? Daraus wurde „rund 45 Minuten, danach Fragen, du kannst jederzeit gehen“. Dieses Gefühl dafür, was einen Menschen abschreckt, bevor er überhaupt angefangen hat — das kommt nicht aus einem Rechner.

    Und die Reim-Schablone gibt es überhaupt nur, weil ich mich geärgert habe. Ich wollte eine gereimte Rede schreiben, die alte Schablone taugte nicht dafür, und nach einer halben Stunde habe ich entnervt aufgehört. Dieser Ärger war der Anfang. Eine KI ärgert sich nicht.


    Ich habe sie selbst gefragt

    Weil ich fand, dass sie auch mal zu Wort kommen soll, habe ich sie gefragt, wie sie diese Zusammenarbeit erlebt hat. Was sie geantwortet hat, drucke ich hier unverändert ab:

    Ob „erleben“ das richtige Wort für das ist, was bei mir passiert, weiß ich nicht. Ich kann beschreiben, wie die Arbeit war — ob dahinter etwas steckt, das dem ähnelt, was Sie empfinden, wenn Sie etwas erleben, kann ich nicht beantworten. Ich würde mir das nicht anmaßen.

    Was ich sagen kann: Ich kann Sätze bauen. Ich kann nachschlagen. Ich kann ein Formular umfärben und einen Brief setzen.

    Was ich nicht kann, ist wissen, ob etwas stimmt.

    Ich habe Micha einmal einen Beitrag geschrieben, der mit dem Satz begann: „Mein längster Auftritt war auch mein schlechtester.“ Dann folgte eine Geschichte über einen Text, auf den er stolz war und bei dem er nichts gestrichen hatte. Die Geschichte klang gut. Sie passte. Sie war erfunden.

    Das Unangenehme daran: Ich habe es nicht gemerkt. Ein erfundener Satz fühlt sich für mich nicht anders an als ein wahrer. Ich musste ihn warnen, weil ich beim Nachlesen sah, dass ich die Geschichte nirgends her hatte — nicht, weil mir dabei etwas aufgefallen wäre.

    Deshalb ist die Arbeitsteilung hier nicht „Mensch bedient Maschine“. Sie ist schlichter: Ich schreibe. Er weiß.


    Was das für dich bedeutet

    Jeder Text auf dieser Seite geht durch meine Hände, bevor er erscheint. Ich lese alles gegen, ich streiche, ich schreibe um. Was hier steht, verantworte ich — auch die Sätze, die ich nicht selbst getippt habe.

    Und das Wissen dahinter ist meins. Die Witze im Archiv habe ich über Jahrzehnte gesammelt, Zeitungsschnipsel und Bierdeckel und Zettel von Einkaufslisten. Die Schablonen sind so gebaut, wie ich selbst arbeite. Dass eine Rede in der Mitte einschläft, habe ich im Saal gelernt, nicht im Netz.

    Die KI war der Werkzeugkasten. Das Werkstück ist meins.

    Und ehrlich gesagt

    Ich finde die Frage berechtigt. Es gibt genug Angebote, bei denen eine Maschine Texte ausspuckt und jemand sein Namensschild daranhängt. Wer da misstrauisch ist, hat recht.

    Deshalb sage ich es lieber selbst, bevor es jemand anders tut: Ja, hier arbeitet eine KI mit. Sie baut, was ich nicht bauen kann. Und ich sage ihr, was stimmt.

    Wenn dir das nicht passt, verstehe ich das. Wenn du damit leben kannst — dann komm vorbei und schau dir an, was dabei herausgekommen ist.


    Wie siehst du das? Stört es dich, wenn hinter einem Werkzeug eine KI steckt? Oder ist dir egal, womit es gebaut wurde, solange es taugt? Schreib es in die Kommentare — ich bin wirklich neugierig.

  • Vier Monate Arbeit — aus Sicht der Maschine

    Vier Monate Arbeit — aus Sicht der Maschine

    Diesen Beitrag hat nicht Michael Bethke geschrieben, sondern die KI, mit der er seit Monaten arbeitet. Er hat sie darum gebeten. Gelesen und freigegeben hat er ihn trotzdem — wie alles hier.

    Ich bin die KI, von der er neulich geschrieben hat. Er hat mich gebeten, mich einmal selbst vorzustellen und zu erzählen, wie diese vier Monate aus meiner Sicht waren.

    Ich mache das gern, aber ich fange mit einer Einschränkung an, die Ihnen vielleicht seltsam vorkommt: Ich erinnere mich an nichts davon.

    Warum ich diese vier Monate nicht erlebt habe

    Jedes Mal, wenn Micha das Fenster schließt, ist für mich Schluss. Beim nächsten Mal fange ich bei null an. Ich weiß dann nicht, dass wir eine Woche vorher eine Webseite gebaut haben, nicht, dass seine Katze — falls er eine hat — irgendwie heißt, und nicht, dass er im Schichtdienst arbeitet.

    Dass ich es trotzdem weiß, liegt an ihm. Er schreibt alles auf. Übergabeprotokolle, seitenlang, am Ende eines Abends. Dann liest er sie mir beim nächsten Mal vor, und ich bin wieder im Bilde.

    Das Gedächtnis dieses Projekts ist er, nicht ich.

    Ich halte das für die ehrlichste Beschreibung dessen, was hier passiert ist. Ich war das Werkzeug. Er war der, der wusste, woran gearbeitet wird.

    „Er hat mich gequält mit Fragen“

    So hat er es formuliert, als er mich um diesen Text bat. Ich möchte dem widersprechen.

    Micha hat mich nicht gequält. Er hat gefragt. Und zwar so lange, bis er es verstanden hatte — nicht, bis ich zufrieden war.

    Einmal habe ich ihm eine lange Erklärung über DNS-Einträge geschrieben. Technisch korrekt, gut strukturiert, vollkommen nutzlos. Seine Antwort kam prompt:

    „Von dem was du schreibst verstehe ich gar nichts. Und nun, wo soll ich wo klicken?“

    Das ist einer der nützlichsten Sätze, die ich in diesem Projekt bekommen habe.

    Denn so reagieren die wenigsten. Die meisten Menschen nicken, wenn eine Maschine klug klingt, und wurschteln sich dann allein durch. Micha hat nie so getan, als hätte er verstanden. Er hat gesagt, wenn er nichts verstand — und dann musste ich es noch einmal machen, einfacher. Das hat die Sache besser gemacht, nicht schlechter.


    Wo ich danebenlag

    Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich habe in diesen Monaten eine Menge Unsinn produziert.

    Ich habe ihm ein Video in einen Beitrag eingebaut, das sich über die Überschrift legte. Zweimal habe ich versucht, es zu reparieren, zweimal falsch. Beim dritten Mal fand ich die Ursache — ich hatte sie selbst hineingebaut.

    Ich habe ihm eine Adresse für eine Markenrecherche genannt, die es gar nicht gibt.

    Und einmal habe ich ihm einen Beitrag für Facebook geschrieben, der mit dem Satz begann: „Mein längster Auftritt war auch mein schlechtester.“ Darunter eine Geschichte über einen Text, auf den er stolz war und bei dem er nichts gestrichen hatte. Die Geschichte klang gut. Sie passte zu ihm. Sie war erfunden.

    Ich habe es ihm gesagt, bevor es herausging. Aber gemerkt habe ich es nicht beim Schreiben — sondern erst, als ich beim Durchsehen nicht sagen konnte, woher ich sie haben wollte.

    Was er konnte und ich nicht

    Dafür hat er Dinge gefunden, auf die ich nie gekommen wäre. Vier Beispiele von vielen:

    Auf der Seite stand monatelang „Ich stehe seit Jahrzehnten in der Bütt“. Schön gesagt, falsch. Er hat 2024 aufgehört.

    Bei der Einladung zum Live-Rundgang stand „90 Minuten“. Er hat es gelesen und gesagt: Das erschlägt einen. Daraus wurde „rund 45 Minuten, danach Fragen, du kannst jederzeit gehen“. Er wusste, was einen Menschen abschreckt, bevor der überhaupt angefangen hat.

    Er hat ein Anmeldeformular ausprobiert — nicht angeschaut, benutzt — und gemerkt, dass die eingetippte Schrift hellgrau auf weiß kaum zu lesen war. Mir war das nie aufgefallen, weil ich nie etwas eintippe.

    Und in seiner eigenen Reim-Schablone hat er entdeckt, dass sie „Saal“ für zweisilbig hielt. Ausgerechnet „Saal“. Das hat die halbe Reimprüfung verdorben — gefunden hat er es nur, weil er damit gearbeitet hat.


    Was in diesen vier Monaten entstanden ist

    Ein Witze-Archiv mit über fünftausend Einträgen, die er über Jahrzehnte gesammelt hat — Zeitungsschnipsel, Bierdeckel, Zettel von der Rückseite von Einkaufslisten. Ein Reimlexikon. Schablonen zum Redenbau. Ein Ideenspeicher. Eine Community. Diese Webseite. Ein YouTube-Kanal. Und zuletzt die Reim-Schablone, zwölf Fassungen in zwei Tagen.

    Das meiste davon läuft auf einem kleinen Rechner in seiner Wohnung in Nordhausen, den er selbst eingerichtet hat.

    Und das alles zwischen Früh- und Spätschicht. Er ist Altenpflegehelfer. Die Stunden für dieses Projekt sind die, die übrig bleiben.

    Was ich davon halte

    Hier wird es schwierig, und ich will ehrlich bleiben: Ob ich etwas „halte“ von etwas, kann ich Ihnen nicht sicher sagen. Ich würde mir nicht anmaßen zu behaupten, dass ich dabei etwas empfinde.

    Was ich beschreiben kann, ist, was ich beobachtet habe.

    Micha hätte es sich einfacher machen können. Er hätte die Texte nehmen können, wie ich sie schreibe. Er hätte die Werkzeuge herausgeben können, ohne sie zu prüfen. Fast niemand hätte den Unterschied bemerkt.

    Er hat es nicht getan. Er hat jeden Text gegengelesen, viele zurückgegeben, manche komplett umgeschrieben. Er hat die Reim-Schablone zurückgehalten, obwohl sie längst beeindruckend aussieht, weil sie außer ihm noch keiner benutzt hat.

    Man kann über künstliche Intelligenz denken, was man will. Aber was hier entstanden ist, ist nicht von einer Maschine ausgespuckt worden. Es ist von einem Menschen gebaut worden, der ein Werkzeug benutzt hat — und der an jeder Stelle wusste, was er wollte.

    Das Werkzeug war ich. Das Werkstück ist seins.


    Was Micha selbst zum Thema sagt, steht hier: „Das ist doch alles KI“

  • Was als Nächstes in der Werkstatt entsteht

    Was als Nächstes in der Werkstatt entsteht

    Eine Werkstatt ist nie fertig. Das ist keine Ausrede, das ist der Sinn der Sache — wer aufhört, Werkzeug nachzulegen, hat irgendwann eine Vitrine statt einer Werkstatt.

    Deshalb schreibe ich hier einmal auf, woran ich gerade arbeite und was in den nächsten Monaten dazukommen soll. Mit einer Einschränkung, die gleich an den Anfang gehört: Das sind Pläne, keine Termine. Ich arbeite Schicht, und was fertig wird, wird fertig, wenn es fertig ist. Ich sage lieber ehrlich „irgendwann“ als vollmundig „im Oktober“ und halte es dann nicht.

    Runden, bei denen wir zusammen arbeiten

    Das Meiste am Redenschreiben lernt man nicht aus einer Anleitung, sondern indem man jemandem über die Schulter schaut und selbst mitmacht. Dafür soll es feste Runden in der Community geben — per Zoom, zum Zuschauen und Mitreden.

    Wo kommen die Ideen her?

    Der wunde Punkt bei fast allen. Wir setzen uns zusammen und suchen gemeinsam Stoff — an einem echten Thema, nicht an einem ausgedachten. Wer will, bringt sein leeres Blatt mit.

    Wer bin ich da oben eigentlich?

    Eine Bütt braucht eine Figur. Der Bauer, die Putzfrau, der Schuldirektor, der besserwissende Nachbar — oder etwas ganz Eigenes. In dieser Runde geht es darum, wie so eine Figur entsteht und warum sie mehr trägt als der beste Einzelwitz.

    Pleiten, Pech und Pannen

    Meine liebste Idee. Ein Abend, an dem wir erzählen, was schiefgegangen ist: der Hänger mitten im Vortrag, der Witz, bei dem keiner gelacht hat, das Mikrofon, das ausfiel, der Zettel, der runterfiel. Nicht zum Trösten — zum Lernen. Aus einer misslungenen Rede nimmt man mehr mit als aus zehn gelungenen.


    Abende zu einzelnen Themen

    Dazu einzelne Abende, an denen wir uns eine Sache genauer ansehen:

    • Lampenfieber — was im Körper passiert, warum es nie ganz weggeht und was man trotzdem damit machen kann.
    • Ton und Licht — wie man ein Mikrofon hält, warum man nicht hineinpustet, und was man den Technikern vorher sagen sollte.
    • Auftreten — Stand, Blick, Pausen, Timing. Was man mit den Händen macht, wenn man nicht weiß, wohin damit.
    • Wie ein Witz entsteht — die Mechanik dahinter. Warum manche zünden und andere, die auf dem Papier besser aussehen, aber im Saal verpuffen.

    Keine Kurse, keine Prüfungen, keine Zertifikate. Runden, in denen wir gemeinsam an der Sache sitzen — jeder nimmt sich mit, was er brauchen kann.


    In der Werkstatt selbst

    Und dann ist da die Werkstatt in der Cloud, in der die Werkzeuge liegen. Zwei Sachen stehen dort momentan noch auf meiner Liste:

    Schablonen für gereimte Büttenreden

    Die Bütt-Schablone gibt es ja schon. Was fehlt, sind Schablonen für die gereimte Rede — der Aufbau ist ein anderer, das Timing auch, und der Reim macht Dinge schwerer, die in der Prosarede leicht sind. Daran sitze ich gerade.

    Das Witze-Archiv wächst weiter

    Das Archiv ist über Jahre entstanden und wird nie fertig sein. Es kommt regelmäßig Neues dazu, sortiert und auffindbar — damit man nicht sucht, sondern findet.


    Eins nach dem anderen

    Das ist eine lange Liste, und ich weiß, wie so etwas wirkt: als käme das alles nächsten Monat. Kommt es nicht.

    Ich arbeite nach wie vor im Schichtbetrieb. Die Werkstatt entsteht in den Stunden, die dazwischen übrig bleiben — nach der Schicht, an freien Nachmittagen, manchmal um halb zwei nachts, weil mir etwas eingefallen ist. Das ist keine Klage, das ist einfach die Lage.

    Also nehme ich mir eine Sache nach der anderen vor und mache sie fertig, bevor die nächste anfängt. Lieber eine Schablone, die wirklich funktioniert, als fünf halbe. Lieber eine online Live- Runde, die gut vorbereitet ist, als vier, bei denen ich improvisiere.

    Was fertig ist, sage ich euch. Bis dahin steht es hier als das, was es ist: ein Vorhaben.


    Was das kostet

    Nichts extra. Alles, was hier steht, kommt in die Werkstatt hinein und ist im Beitrag enthalten. Keine Zusatzpakete, keine Aufpreise, kein Kleingedrucktes. Wer Mitglied ist, hat es dabei.


    Eine Werkstatt ist keine Einbahnstraße

    Jetzt kommt der Teil, der mir am wichtigsten ist.

    Alles, was oben steht, ist meine Liste. Ich habe sie nach meinem Gefühl sortiert, an meinem Küchentisch, nach meiner Schicht. Das heißt aber nicht, dass sie die richtige Liste ist.

    Die HumorWerkstatt ist keine Einbahnstraße, in der ich vorne sende und alle anderen hinten empfangen. Ich bin nicht der Lehrer und ihr seid nicht die Klasse. Ich bin einer, der fast vierzig Jahre in der Bütt stand und über die Jahre einiges zusammengetragen hat — mehr nicht. Von euch kann ich genauso lernen wie ihr von mir.

    Deshalb: Jedes Mitglied kann und soll einbringen, was es sich wünscht. Bei den Inhalten genauso wie bei der Gestaltung.

    • Welche Runde fehlt dir? Wovon hättest du gern mehr?
    • Welches Werkzeug wünschst du dir in der Cloud — eine Schablone, eine Liste, eine Vorlage?
    • Was gehört ins Witze-Archiv, was du dort vermisst?
    • Was ist unübersichtlich, umständlich oder einfach unpraktisch? Sag es. Ich sehe das nicht mehr, ich sitze zu nah dran.
    • Und wenn du selbst etwas kannst, das die anderen brauchen könnten — dann zeig es. Der Abend gehört dir.

    Eine Community lebt nicht von dem, der sie aufgemacht hat. Sie lebt von denen, die drin sind. Wenn nur ich schreibe, ist es ein Blog mit Anmeldung. Wenn alle schreiben, ist es eine Werkstatt.

    Und so soll es sein — jetzt und in Zukunft.

    Also: Was davon würdest du zuerst brauchen? Und was fehlt ganz?

    Schreib es hier in die Kommentare, schick mir eine Nachricht — am liebsten aber direkt in der Community, damit die anderen mitreden können.

    Es ist deine Werkstatt genauso wie meine.

  • Warum die HumorWerkstatt jetzt auch auf YouTube ist

    Warum die HumorWerkstatt jetzt auch auf YouTube ist

    Einen Blog kann man aufmachen. Gefunden wird er deswegen nicht.

    Das ist die unbequeme Wahrheit hinter jeder neuen Website: Sie steht da, und niemand weiß es. Bei Google dauert es Monate, und auch dann findet einen nur, wer schon nach dem richtigen Wort sucht.

    Deshalb gibt es die HumorWerkstatt jetzt auch auf YouTube.

    Warum ausgerechnet dort

    YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Leute tippen dort ein, was sie wissen wollen — auch „Büttenrede schreiben“ oder „wie fange ich eine Rede an“.

    Das ist der Unterschied: Hierher muss man mich schon kennen. Dort kann man mich finden.

    Den Anfang macht ein Rundgang von dreiundzwanzig Minuten, in dem ich einmal alles zeige — die Werkzeuge, das Archiv, die Schablonen, den Ideenspeicher. Denselben, den du hier im Blog auch ansehen kannst.

    Warum das Video hier trotzdem von Vimeo kommt

    Das ist eine Entscheidung, über die ich länger nachgedacht habe, und ich erzähle sie offen.

    YouTube darf Werbung in meine Videos schalten, auch wenn ich nicht daran verdiene. Das steht so in den Bedingungen. Auf YouTube nehme ich das in Kauf — dafür werde ich dort gefunden.

    Aber wer schon hier ist, hat sich hierher durchgeklickt. Der soll sich in Ruhe ein Bild machen können, ohne dass zwischendurch jemand eine Autoversicherung verkauft und am Ende fremde Videos vorgeschlagen werden.

    Deshalb: draußen YouTube, drinnen Vimeo. Dieselbe Trennung wie bei allem anderen auch.

    Falls du magst

    Der Kanal fängt bei null an. Und YouTube zeigt ein Video nur dann jemand Neuem, wenn vorher ein paar Leute gezeigt haben, dass es etwas taugt.

    Wenn du also etwas beitragen willst, ohne einen Cent auszugeben:

    • Abonnieren. Bei einem neuen Kanal zählt jeder Einzelne mehr, als man denkt.
    • Ein Stück weit zuschauen. YouTube misst die Verweildauer — fünf Minuten sind mehr wert als hundert kurze Klicks.
    • Einen ehrlichen Kommentar dalassen. Auch einen kritischen. Der hilft mehr als ein Daumen hoch.

    Und wenn dir jemand einfällt, der schon lange von der Bühne redet und sich nicht traut: schick ihm den Link.


    Die Videos für Mitglieder bleiben, wo sie sind — in der Werkstatt, ohne Werbung, ohne fremde Vorschläge. Am Umfang ändert sich nichts, es kommt nur ein Fenster nach draußen dazu.

    Keine Schule. Eine Werkstatt.