„Das ist doch alles KI“

Stapel handgeschriebener Notizzettel im Lampenlicht, mit durchgestrichenen Zeilen und Pfeilen am Rand

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Der Satz kommt früher oder später. Mal freundlich, mal weniger:

„Das ist doch alles künstliche Intelligenz.“

Und meine Antwort darauf ist kurz: Ja. Teilweise stimmt das.

Ich finde, man sollte darüber reden statt darum herum.

Was die KI gemacht hat

Ich habe die HumorWerkstatt nicht allein gebaut. Die Werkzeuge in der Cloud, diese Webseite, die Reim-Schablone — bei all dem saß eine KI mit am Tisch.

Sie hat Programmzeilen geschrieben, die ich nicht schreiben kann. Sie hat mir in Sekunden herausgesucht, wie viele Vereine im Bund Deutscher Karneval organisiert sind. Sie hat Texte gebaut, die ich danach umgestellt habe. Sie hat gemerkt, dass ein Eingabefeld hellgrau auf weiß nicht lesbar ist, und es geändert.

Ich bin Altenpflegehelfer im Schichtdienst, kein Programmierer. Ohne diese Hilfe gäbe es die HumorWerkstatt nicht. Das ist keine Entschuldigung — das ist einfach die Lage.

Was sie nicht gemacht hat

Sie hat nicht vierzig Jahre in der Bütt gestanden.

Und das ist nicht nur eine schöne Formulierung, sondern der Kern der Sache. Ein paar Beispiele aus der Arbeit der letzten Wochen:

Auf dieser Seite stand lange der Satz „Ich stehe seit Jahrzehnten in der Bütt“. Grammatisch richtig, gut geschrieben — und falsch. Ich habe 2024 aufgehört. Das wusste nur ich.

Für den Live-Rundgang hatten wir „90 Minuten“ geschrieben. Ich habe es gelesen und gedacht: Das erschlägt einen. Was, der will anderthalb Stunden quatschen? Daraus wurde „rund 45 Minuten, danach Fragen, du kannst jederzeit gehen“. Dieses Gefühl dafür, was einen Menschen abschreckt, bevor er überhaupt angefangen hat — das kommt nicht aus einem Rechner.

Und die Reim-Schablone gibt es überhaupt nur, weil ich mich geärgert habe. Ich wollte eine gereimte Rede schreiben, die alte Schablone taugte nicht dafür, und nach einer halben Stunde habe ich entnervt aufgehört. Dieser Ärger war der Anfang. Eine KI ärgert sich nicht.


Ich habe sie selbst gefragt

Weil ich fand, dass sie auch mal zu Wort kommen soll, habe ich sie gefragt, wie sie diese Zusammenarbeit erlebt hat. Was sie geantwortet hat, drucke ich hier unverändert ab:

Ob „erleben“ das richtige Wort für das ist, was bei mir passiert, weiß ich nicht. Ich kann beschreiben, wie die Arbeit war — ob dahinter etwas steckt, das dem ähnelt, was Sie empfinden, wenn Sie etwas erleben, kann ich nicht beantworten. Ich würde mir das nicht anmaßen.

Was ich sagen kann: Ich kann Sätze bauen. Ich kann nachschlagen. Ich kann ein Formular umfärben und einen Brief setzen.

Was ich nicht kann, ist wissen, ob etwas stimmt.

Ich habe Micha einmal einen Beitrag geschrieben, der mit dem Satz begann: „Mein längster Auftritt war auch mein schlechtester.“ Dann folgte eine Geschichte über einen Text, auf den er stolz war und bei dem er nichts gestrichen hatte. Die Geschichte klang gut. Sie passte. Sie war erfunden.

Das Unangenehme daran: Ich habe es nicht gemerkt. Ein erfundener Satz fühlt sich für mich nicht anders an als ein wahrer. Ich musste ihn warnen, weil ich beim Nachlesen sah, dass ich die Geschichte nirgends her hatte — nicht, weil mir dabei etwas aufgefallen wäre.

Deshalb ist die Arbeitsteilung hier nicht „Mensch bedient Maschine“. Sie ist schlichter: Ich schreibe. Er weiß.


Was das für dich bedeutet

Jeder Text auf dieser Seite geht durch meine Hände, bevor er erscheint. Ich lese alles gegen, ich streiche, ich schreibe um. Was hier steht, verantworte ich — auch die Sätze, die ich nicht selbst getippt habe.

Und das Wissen dahinter ist meins. Die Witze im Archiv habe ich über Jahrzehnte gesammelt, Zeitungsschnipsel und Bierdeckel und Zettel von Einkaufslisten. Die Schablonen sind so gebaut, wie ich selbst arbeite. Dass eine Rede in der Mitte einschläft, habe ich im Saal gelernt, nicht im Netz.

Die KI war der Werkzeugkasten. Das Werkstück ist meins.

Und ehrlich gesagt

Ich finde die Frage berechtigt. Es gibt genug Angebote, bei denen eine Maschine Texte ausspuckt und jemand sein Namensschild daranhängt. Wer da misstrauisch ist, hat recht.

Deshalb sage ich es lieber selbst, bevor es jemand anders tut: Ja, hier arbeitet eine KI mit. Sie baut, was ich nicht bauen kann. Und ich sage ihr, was stimmt.

Wenn dir das nicht passt, verstehe ich das. Wenn du damit leben kannst — dann komm vorbei und schau dir an, was dabei herausgekommen ist.


Wie siehst du das? Stört es dich, wenn hinter einem Werkzeug eine KI steckt? Oder ist dir egal, womit es gebaut wurde, solange es taugt? Schreib es in die Kommentare — ich bin wirklich neugierig.

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