Der Saal war voll, die Rede war ordentlich geschrieben, und nach zwei Minuten hat trotzdem keiner mehr gelacht. Wenn du das kennst: Du bist nicht allein. Mir ist es öfter passiert, als mir lieb ist.
Das Loch sitzt fast immer an derselben Stelle

Wenn eine Rede nicht trägt, liegt es selten am Anfang. Der ist meistens gut — an dem hat man am längsten gefeilt. Und es liegt selten am Schluss, denn die Pointe stand schon fest, bevor die erste Zeile geschrieben war.
Es liegt an dem, was dazwischen passiert. Genauer gesagt: an dem, was dazwischen nicht passiert.
Der Anfang zündet, die Leute lachen, du hast sie. Und dann kommt der Teil, in dem erklärt wird: wer du bist, worum es heute geht, warum du überhaupt hier oben stehst. Zwei Minuten Erklärung ohne einen einzigen Lacher. In diesen zwei Minuten dreht sich in der dritten Reihe jemand zu seinem Nachbarn um. Und ab da ist er weg.
Ein Publikum, das einmal abgebogen ist, holt der beste Schluss nicht mehr zurück.
Wie das bei mir war
SCHABLONE — diesen Kasten später löschen. Hier gehört deine eigene Geschichte hin: ein Abend, an dem genau das passiert ist. Welcher Saal, welches Jahr, an welcher Stelle es kippte, was du danach gedacht hast. Zwei, drei Sätze reichen. Eigene Erlebnisse sind der Grund, warum Leute weiterlesen — sie stehen in keinem Buch.
Was du dagegen tun kannst
- Streich die Vorstellung. Wer du bist, hat der Ansager schon gesagt. Und wenn nicht, ist es dem Saal in diesem Moment herzlich egal.
- Setz alle vierzig Sekunden etwas, worüber man lachen kann. Es muss kein Brüller sein. Ein Schmunzler hält die Leute genauso bei der Stange.
- Lies laut und leg bei jedem Lacher einen Finger auf den Tisch. Liegt zwischen zwei Fingern mehr als eine halbe Seite, hast du ein Loch gefunden.
Der dritte Punkt ist der unbequemste und der wirksamste. Auf dem Papier merkt man ein Loch nicht. Im Mund merkt man es sofort.
In der HumorWerkstatt liegt dafür die Bütt-Schablone bereit: ein Bogen, auf dem du deine Rede einträgst und sofort siehst, wo die Löcher sind. Vierzehn Tage kannst du dich kostenlos umsehen.
Keine Schule. Eine Werkstatt.


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